LA13100® – Lactobacillus acidophilus in hoher Konzentration
| Bezeichnung | Lactobacillus acidophilus LA13100® |
|---|---|
| Hinterlegung | DSM 32607 |
LA13100® ist ein definierter Stamm der Spezies Lactobacillus acidophilus. Viele der für die Anwendung besonders interessanten Eigenschaften ergeben sich aus der typischen Lebens- und Stoffwechselweise von L. acidophilus: Dazu gehören insbesondere die Bildung von Milchsäure, die Toleranz gegenüber einem sauren Milieu, die Interaktion mit Schleimhautoberflächen und die Konkurrenz mit anderen Mikroorganismen.
Was macht Lactobacillus acidophilus im Darm?
Milchsäure und ein saures Milieu
Eine der charakteristischen Eigenschaften von L. acidophilus ist die intensive Produktion von Milchsäure. Damit verändert das Bakterium sein unmittelbares mikrobielles Umfeld und schafft Bedingungen, an die es selbst besonders gut angepasst ist.
L. acidophilus kann auch bei vergleichsweise niedrigen pH-Werten bestehen. Die Kombination aus Säuretoleranz und eigener Milchsäureproduktion verschafft Lactobazillen einen ökologischen Vorteil gegenüber zahlreichen weniger säuretoleranten Mikroorganismen.
Konkurrenz mit unerwünschten Mikroorganismen
Lactobacillus acidophilus konkurriert mit anderen Mikroorganismen um Nährstoffe und Anheftungsstellen an den Schleimhäuten. Gleichzeitig entstehen im Stoffwechsel verschiedene Substanzen, die das Wachstum konkurrierender Mikroorganismen beeinflussen können.
Neben Milchsäure wurden bei L. acidophilus unter anderem Acidolin, Acidophilin und bakteriozinartige Substanzen beschrieben. Hamdan und Mikolajcik beschrieben bereits 1974 Acidolin als eine von L. acidophilus produzierte antimikrobiell wirksame Substanz. Weitere Arbeiten bestätigten die Bildung antimikrobiell aktiver Stoffwechselprodukte.
Diese Eigenschaften sind Teil der natürlichen Überlebensstrategie von L. acidophilus: Das Bakterium gestaltet sein mikrobielles Umfeld aktiv mit und kann dadurch mit anderen Mikroorganismen um ökologische Nischen konkurrieren.
Lactobacillus acidophilus und die Darmflora
Aufgrund dieser Eigenschaften gehört Lactobacillus acidophilus zu den klassischen probiotisch eingesetzten Milchsäurebakterien.
Die Wirkung beruht dabei nicht auf einem einzelnen Mechanismus, sondern auf dem Zusammenspiel verschiedener biologischer Eigenschaften:
- Produktion von Milchsäure
- Ansäuerung des unmittelbaren mikrobiellen Milieus
- Konkurrenz um Nährstoffe
- Konkurrenz um Anheftungsstellen an Schleimhautoberflächen
- Bildung antimikrobiell aktiver Stoffwechselprodukte
- Interaktion mit Darmbarriere und intestinalem Mikrobiom
Damit kann L. acidophilus dazu beitragen, ein für Lactobazillen günstiges intestinales Milieu zu schaffen und die mikrobielle Balance des Verdauungstraktes zu unterstützen.
Lactobacillus acidophilus und Durchfall
Ein besonders häufig untersuchter Einsatzbereich von L. acidophilus sind Störungen der Darmflora und damit verbundene Durchfallerkrankungen.
In einer randomisierten kontrollierten Studie untersuchten Chitapanarux et al. (2010) die Gabe von lebendem Lactobacillus acidophilus zusammen mit Bifidobacterium bifidum bei Patientinnen während einer Strahlentherapie. Die probiotische Supplementierung reduzierte die Häufigkeit und den Schweregrad der strahlentherapiebedingten Durchfallsymptomatik.
Die Ergebnisse passen zu den grundlegenden probiotischen Eigenschaften von L. acidophilus und seinem Einfluss auf das intestinale mikrobielle Milieu.
Lactobacillus acidophilus im weiblichen Mikrobiom
Die Bedeutung von Lactobacillus acidophilus beschränkt sich nicht auf den Verdauungstrakt. Lactobazillen gehören auch zu den charakteristischen Bakterien des weiblichen Vaginalmikrobioms.
Durch die Bildung von Milchsäure tragen sie zur Ausbildung des typischen sauren Vaginalmilieus bei. Darüber hinaus können Lactobazillen weitere antimikrobiell aktive Stoffwechselprodukte bilden und dadurch die Ansiedlung konkurrierender Mikroorganismen erschweren.
Besonders interessant ist die Wechselwirkung mit Candida albicans. Collins und Hardt (1980) zeigten eine Hemmung von Candida albicans durch Lactobacillus acidophilus. Fitzsimmons und Berry (1994) lieferten weitere Hinweise auf die Beteiligung eines Peroxidase-Systems.
Die Kombination aus Milchsäureproduktion, niedrigem pH-Wert, Konkurrenz um Anheftungsstellen und weiteren Stoffwechselprodukten erklärt, warum Lactobazillen eine zentrale Rolle für das mikrobielle Gleichgewicht des weiblichen Intimbereichs spielen.
Weitere wissenschaftlich untersuchte Eigenschaften
Lactobacillus acidophilus und die Darmgesundheit
Neben den klassischen probiotischen Einsatzbereichen wurde L. acidophilus auch hinsichtlich langfristiger Veränderungen der Darmschleimhaut untersucht.
Rao et al. (1999) untersuchten Lactobacillus acidophilus in einem Tiermodell zur Entstehung präkanzeröser Veränderungen des Dickdarms. Die Supplementierung reduzierte in diesem Modell das Auftreten entsprechender Läsionen.
Diese Ergebnisse haben wesentlich zum wissenschaftlichen Interesse an der Interaktion zwischen Lactobazillen, Darmmikrobiom, Stoffwechselprodukten und Darmschleimhaut beigetragen. Sie sind jedoch nicht mit einem Nachweis einer krebspräventiven Wirkung beim Menschen gleichzusetzen.

